Vulkan Ponta do Pico
Azoren Pico

Pico – grünes Hochland und idyllische Seen

Unsere Ankunft auf Pico war leider etwas holprig, da auf dem Atlantik ein Zyklon wütete, was sich mit starkem Wind und Regen auf São Miguel auswirkte. Unser Flug wurde einige Male nach hinten verschoben, bis er letztendlich doch noch stattfand. Das war wohl der holprigste Flug meines Lebens, in einer kleinen Propellermaschine. Da wird einem schon mal kurz anders zumute… Es ging jedoch alles gut und wir kamen zwar ein paar Stunden später, jedoch heil auf Pico an. Die Insel Pico besticht mit ihrer grünen Landschaft, durchzogen von schwarzem Lavastein, die immer wieder den Blick auf den höchsten Berg Portugals freigibt: den Vulkan Ponta do Pico (2351 m). Die Landschaft und Atmosphäre hier ist so anders als auf São Miguel. Zwar sind beide Inseln sehr grün, Pico besitzt jedoch eine andere Vegetation und wirkt mit den Sträuchern und schwarzen Steinmauern kühler und karger. Dennoch auf seine Weise genauso schön und bezaubernd! Ich möchte euch in diesem Beitrag einen Eindruck vom wunderschönen Hochland der Insel verschaffen. 

Lagoa do Capitão

Bei der Fahrt über die Insel findet man einige kleine, versteckte Seen. Der See Lagoa do Capitão ist definitiv ein Highlight. Er liegt ziemlich zentral im Inneren der Insel, ihr erreicht ihn von der EN3 aus, die quer über die Insel verläuft. Der See liegt zwischen grünen, sumpfigen Weiden. Knorrige, alte Wacholderbäume säumen das Ufer und tragen zur besonderen Atmosphäre des Sees bei. Im Hintergrund ragt der Pico groß, mächtig und kahl in den Himmel und rundet das Bild ab. Vorausgesetzt, man hat wolkenfreie Sicht auf den Vulkanberg, leider sammeln sich die Wolken meist an dessen Spitze. Bei unserem zweiten Besuch des Sees verzogen sich die Wolken für einen Augenblick und wir konnten die traumhafte Kulisse genießen.

Ein weiteres Highlight sind die süßen Enten, die hier am See wohnen. Einige sind schwarz mit grünem Schimmer und einer markanten, roten, ledrigen Bildung am Schnabel. Später habe ich herausgefunden, dass es sich hierbei um Moschusenten handelt. Auch wenn die Enten sehr zutraulich sind: füttert sie bitte nicht mit Brot, dies schadet ihnen mehr, als es hilft. Das einseitige Brot führt zu Nährstoffmangel bei den Wasservögeln, wodurch sie anfälliger für Krankheiten sind. Wenn, dann sollten Enten mit dem für sie passenden Futter gefüttert werden, z.B. Obst oder Getreide. 

Hoch hinaus durch die Nebelschwaden

Fährt man vom Lagoa do Capitão aus die kleine Straße im Inselinneren weiter Richtung Osten, kommt man nach etwa 15 Minuten Fahrzeit am Lagoa do Caiado, dem größten See Picos vorbei. Mit dem Atlantik auf der einen und dem Pico auf der anderen Seite lädt der See zu einem kurzen Halt ein.

Weiter führt die Straße ins Hochland von Pico. Die Fahrt dorthin lohnt sich definitiv nicht nur bei schönem Wetter. Meist hat man sowieso keine Wahl, da Nebel und tiefhängende Wolken charakteristisch für diese Gegend sind. Wir fanden das Naturschauspiel und die mystische Stimmung, die der ständige Wechsel zwischen Sonne und Nebel uns boten, einmalig. Zudem waren wir fast alleine im Hochland unterwegs, wenn man von den grasenden Kühen am Straßenrand absieht. Vorbei an grünen Hügeln, die mich ein bisschen ans Auenland erinnerten, führt die kurvige Straße weiter nach oben.

Im Verlauf der Bergstraße kommt man irgendwann am dicht an der Straße liegenden Kratersee Lagoa da Rosada vorbei. Die Wolken erwiesen sich uns gnädig, und boten uns für ein paar Minuten freie Sicht auf den tiefliegenden See. Eingebettet in die grünen Felder glitzerte die Wasseroberfläche in der Sonne. Kurze Zeit später schoben sich schon wieder dichte Nebelschwaden vor den See und man konnte nicht einmal mehr erahnen, dass sich hier ein solches Schmuckstück befindet. Schließlich führt die schmale Straße zurück nach unten auf die Hauptstraße an der Küste. Picos Hochland ist wirklich einmalig und nicht zu vergleichen mit der Landschaft der anderen Azoren-Inseln.

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