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Azoren Pico

UNESCO Welterbe: Die Weinregion auf Pico

Die Landschaft der Weinbaukultur auf Pico gilt als eines der UNESCO Welterben. Und das meiner Meinung nach zu Recht. Die Landschaft und ihre Geschichte dahinter sind wirklich einmalig und etwas ganz Besonderes. Weinanbau hat auf Pico eine jahrhundertealte Tradition. Bereits zum Ende des 15. Jahrhunderts begann der Weinanbau auf Pico. Hierfür wurde das Gelände mit dem nährstoffreichen Vulkanboden in kleine Parzellen umgewandelt. Die rechteckigen oder halbrunden Schutzwälle aus dunklem Lavagestein schützten die Reben vor den vom Meer her kommenden Winden.

2004 wurden die Weinbaugebiete schließlich zum UNESCO Welterbe erklärt. Und so findet man auf der Westseite der Insel entlang der Küste überall die dunklen, hüfthohen Steinwälle, die sich wie ein Labyrinth über die Landschaft erstrecken. Dazwischen sieht man hier und dort Weinreben, die dicht am Boden entlangwachsen. Ganz anders, als die hochgewachsenen, in Reihen angeordneten Weinreben, die man z.B. aus Deutschland oder Frankreich kennt. Kaum vorstellbar, dass unter solchen Bedingungen ein köstlicher Wein hervorgebracht werden kann. Dennoch erreichten die Pico Weine aus der Verdelho-Traube internationale Bekanntheit.

Bunte Adegas an der Küste

Von Madalena aus erstrecken sich die Weinregionen in beide Richtungen an der Küste entlang, ihr könnt sie gar nicht übersehen. Es bietet sich an, von Santa Luzia im Norden die Küste entlang, durch Madalena und weiter südlich zu fahren, um so die Weinbauregion zu erkunden. Die schwarzen Mauern bieten ein faszinierendes Bild. Dazwischen findet man überall kleine Winzerhäuser, auch Adegas genannt. Diese sind ebenfalls aus Lavasteinen aufgebaut und Teil dieses Welterbes. Mit ihren bunten, meist roten Fensterläden und Türen ergibt sich eine malerische Kulisse, an der man sich gar nicht sattsehen kann. Wir haben von den Einheimischen erfahren, dass es sich bei den Häusern an der Küste heute größtenteils um die Ferienhäuser der Inselbewohner handelt, welche sie im Sommer beziehen. Das erklärte auch, weshalb die Häuser alle leer standen, als wir die Insel im Oktober besuchten.

Der Hundekopf von Cachorro

An der Nordwestküste liegt der kleine Ort Cachorro, hier solltet ihr unbedingt einen Stopp einlegen. Der Ort ist bekannt für seinen schroffen Küstenstreifen aus Lavafelsen, welcher meist von rauen Wellen umspült wird. Die Felsen sind durch die raue See abgenutzt, wodurch sich Höhlen, Löcher und Tore bildeten. Über Felsstufen und Holzwege mit Geländern, kann man zwischen den Felsen umherlaufen und das Naturschauspiel am eigenen Leib erfahren.

Eindrucksvoll tosen die Wellen gegen die Felsen, durch die Löcher, in die Höhlen, und spritzen schäumend weiße Gicht durch die Luft. Dank des Zyklons, der während unseres Urlaubs auf Pico auf dem Atlantik wütete, gab es besonders starken Wellengang. Meterhoch brachen die Wellen gegen die Felsen. Wir wurden zwar das ein oder andere Mal etwas nass, waren jedoch begeistert von diesem eindrucksvollen Naturschauspiel. Seinen Namen verdankt der Ort einer ganz besonderen Felsformation, welche an einen Hund erinnert. Tatsächlich erkennt man den Hundekopf mit seinen spitzen Ohren schnell. Wir glauben zwar, dass bei den Ohren etwas nachgeholfen wurde, dennoch ein schöner Anblick.

Die Windmühle Moinho do Frade

Ein weiteres Highlight befindet sich südlich von Madalena, und zwar die Windmühle Moinho do Frade. Schon von weitem sieht man die rote Spitze der Windmühle, die ansonsten ebenfalls aus schwarzem Stein gefertigt ist. Sie ragt stolz aus der Weinbaulandschaft und bietet so ein wundervolles Bild. Im Hintergrund erhebt sich der Pico aus der kargen Landschaft, zur anderen Seite erblickt man die Nachbarinsel Faial. Ihr könnt die Stufen zur Windmühle hinaufsteigen, um so eine noch bessere Sicht auf das weitläufige Labyrinth aus den schwarzen Mauern zu erhalten.

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