Die Küste von Faial
Azoren Faial

Faial – Vulkanwüste, grüne Caldeira und die bezaubernde Stadt Horta

Von Pico aus ging es mit der Fähre nach Faial. Das ging super und da die beiden Inseln sehr nah beieinanderliegen, dauerte die Überfahrt nur rund 30 Minuten. Im Rücken ein letzter Blick auf die Insel Pico, die spitzen Türme der Kirche von Madalena zeichnen sich vor dem Riesen Pico ab. Vorne hinaus kommt Faial immer näher, die Hauptstadt Horta ein kleines Lichtermeer. Faial ist die fünftgrößte Insel der Azoren und sehr klein. Mit dem Auto kann man sie in etwa einer Stunde umrunden. In diesem Beitrag stelle ich euch vor, was es auf Faial alles zu entdecken gibt.

Vom Ponta dos Capelinhos auf einen Vulkan hinauf

Im Westen der kleinen Insel findet man ein echtes Highlight: die Halbinsel Ponta dos Capelinhos. Die Vulkanlandschaft entstand durch einen Vulkanausbruch im Jahre 1957/58. Der Vulkan Capelinhos spuckte damals mehr als 30 Millionen Tonnen Asche und Lava und begrub weite Teile des Westens der Insel unter sich. Die karge Felswüste erinnert an eine Mondlandschaft und schafft einen starken Kontrast zur sonst doch recht grünen Insel.

Das Wahrzeichen des Ponta dos Capelinhos ist der zum Teil zerstörte Leuchtturm Farol da Ponta dos Capelinhos, welcher auf den steilen Klippen steht. Wir wurden leider mit sehr stürmischem und regnerischem Wetter von der Insel Faial begrüßt, was sich am Ponta dos Capelinhos an der Küste noch stärker spürbar machte. So wurde aus unserem Besuch der Vulkangegend nur ein kurzer Abstecher – dennoch unbedingt ein Muss wenn ihr auf Faial seid!

Um sich die Vulkanlanschaft von weiter oben anzusehen, lohnt sich der Besuch des naheliegenden Vulkangipfels Cabeço Verde. Wir sind mit dem Auto durch den Ort Capelo gefahren, wo dann eine Straße links zum Cabeço Verde führt. An der nächsten Kreuzung wieder links, und dann führt schließlich ein Weg rechts ab und in Serpentinen den Gipfel hinauf. Oben angelangt kann man den Berg auf dem Kraterrand umrunden. In Richtung Westen bietet sich eine tolle Sicht auf Capelinhos und den Leuchtturm. Außerdem kann man schön den in den Atlantik ragenden Felsen Ponta de Castelo Branco erkennen.

Die Caldeira von Faial

Über eine kurvenreiche Straße erreicht man den ausgetrockneten Krater im Inselinneren. Durch einen kleinen Tunnel gelangt man vom Parkplatz direkt zu einem Miradouro, welcher eine eindrucksvolle Sicht auf den Krater bietet. Dieser wurde in den letzten 400.000 Jahren durch zahlreiche Eruptionen geformt und verfügt über einen Durchmesser von etwa 2 km. Die Hänge erstrahlen in sattem Grün, bewachsen mit Zedern, Wacholder, Erika und Moosen. Früher befand sich im Inneren des Kraters ein See, welcher jedoch nach dem Ausbruch des Vulkans Capelinos durch entstandene Risse und Spalten im Boden versiegte.

Auf dem Kraterrand kann man über einen ca. 7 km langen Wanderweg den Vulkan umrunden. Da sich der Krater bei uns jedoch in einer Nebelsuppe versteckte, verzichteten wir auf die Wanderung und genossen lediglich die Aussicht auf den großen Krater.

Die bunte Marina von Horta und das berühmte Peter Café Sport

Horta ist eine wunderschöne kleine Stadt, mir hat sie besser gefallen als Madalena auf Pico. Besonders toll ist die Marina von Horta. Diese kann 300 Schiffe aufnehmen und ist zurzeit die am vierhäufigsten besuchte Ozean-Marina. Jedes Jahr finden hier verschiedene internationale Regatten statt. Erzählungen nach sei nur demjenigen eine glückliche Weiterfahrt beschieden, der ein Bild in Hortas Marina hinterlasse. Und so haben sich unzählige Besatzungen hier verewigt. Die gesamte Hafenmauer ist mit bunten Bildern geschmückt. Im Hintergrund ragen die Fassaden von zwei schwarz-weißen Kirchen aus den Häusern der Stadt hinaus. Einfach schön anzusehen!

Die wohl berühmteste Seglerkneipe im Nordatlantik liegt zudem auch im Hafen von Horta: das Peter Café Sport. Diese urige Kneipe bietet eine Anlaufstelle für Atlantiksegler, die sich auf ihrem Weg zwischen Nordamerika und Europa befinden. Bunte Flaggen, teils vergilbte Fotos und viele andere Hinterlassenschaften von Besuchern zieren die Wände und Decke der Bar. Bekannt ist die Kneipe auch führ ihren günstigen Gin Tonic. Uns hat er zwar nicht umgehauen, aber die Atmosphäre der Kneipe macht das wett. Wenn ihr in Horta seid solltet ihr hier unbedingt vorbeischauen.

Um einen anderen Blickwinkel auf Horta zu bekommen, lohnt es sich, zum Monte da Guia hinauffahren. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Vulkan, welcher direkt im Süden von Horta liegt. Oben angekommen bietet sich eine geniale Aussicht auf die Bucht von Porto Prim und auf die Stadt Horta.

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