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Montenegro

Roadtrip durch Montenegro: Route für 1 Woche

Montenegro ist ein noch relativ unbekanntes Touristenziel. Zu unrecht, meiner Meinung nach! Montenegro ist unfassbar schön und vielfältig. Wir waren direkt verliebt in dieses wundervolle Land. Von traumhaften Küstenabschnitten bis hin zu zerklüfteten Berglandschaften ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zudem ist Montenegro flächenmäßig ein sehr kleines Land – eines der kleinsten Länder in Europa – und eignet sich deshalb super für einen Roadtrip, auch mit begrenzter Zeit. Wir haben eine Woche im September 2018 mit dem Mietauto das Land erkundet. Meine Highlights dieses Roadtrips stelle ich euch in diesem Beitrag vor.

Anreise

Da wir leider nur eine Woche Zeit hatten, sind wir mit dem Flugzeug nach Montenegro angereist. Per Direktflug ging es von München direkt nach Tivat. Wir haben für den Flug ca. 250€ pro Person gezahlt. Tivat liegt in der Bucht von Kotor und eignet sich super als Start- und Endpunkt für die Rundreise. Wir haben uns in Tivat ein Mietauto gebucht, welches wir direkt am Flughafen abgeholt und zurückgebracht haben. Wer mehr Zeit hat, kann natürlich auch mit dem eigenen Auto anreisen. Von Deutschland aus geht es über Österreich, Slowenien und Kroatien nach Montenegro.

Route im Überblick

Unsere gewählte Route führt uns vom Flughafen Tivat in den kleinen Ort Prčanj, wo wir eine Nacht verbringen und die Bucht von Kotor erkunden. Weiter geht es in Landesinnere nach Žabljak, wo wir zwei Nächte verbringen, den Durmitor Nationalpark besuchen und den Bobotov Kuk besteigen. Anschließend verbringen wir eine Nacht in Virpazar am wunderschönen Skutarisee. An der Küste lassen wir unseren Urlaub ausklingen und bleiben die letzten drei Nächte in Bečići, wo wir entspannt die schönen Strände und Küstenstädte Montenegros genießen.

Die Bucht von Kotor

Ein Wort, das die Bucht von Kotor am besten beschreibt? “Wow!” Bereits beim Anflug nach Tivat waren wir beeindruckt von der fjordartigen Bucht, die von steilen Bergen umsäumt wird. Nicht umsonst wird die Bucht von Kotor auch als der südlichste Fjord von Europa bezeichnet. Zwischen den schroffen Steilhängen glitzert die Adria, an deren Ufer sich malerische Orte in die Landschaft fügen. Unbedingt ein MUSS, wenn ihr in Montenegro seid. Die Bucht ist fast 30 km lang und kann super mit dem Auto abgefahren werden. Die schönsten Städtchen an der Bucht stelle ich euch nun vor.

Kotor

Ihren Namen verdankt die Bucht von Kotor der bekannten Stadt Kotor, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt und mit ihrer bezaubernden Altstadt viele Touristen und vor allem Kreuzfahrtschiffe anlockt. Die mittelalterliche Stadt Kotor liegt am Fuße des Bergs “Heiliger Iwan” und versprüht mit seinen verwinkelten Gassen, malerischen Plätzen und romantischen Kirchen einen ganz besonderen Charme. Lässt man sich durch die schmalen Pflasterstraßen treiben, entdeckt man süße Läden, Cafés und zahlreiche Plätze, auf denen man den Trubel beobachten, Straßenmusikern lauschen und kleine Katzenbabys streicheln kann. Durch die Ankunft der großen Kreuzfahrtschiffe ist vor allem in der Hochsaison eine Menge los in Kotor, und die Menschenmassen schieben sich durch die kleinen Straßen. Dennoch eine wundervolle Stadt, die zu einem Roadtrip in Montenegro dazugehört.

Um Kotor und die Bucht von oben zu bestaunen, solltet ihr unbedingt zur Festung Sveti Ivan hochlaufen. Direkt in der Altstadt beginnt der Aufstieg durch ein kleines Tor hindurch, etwa 1300 Stufen führen hoch zu der alten Festung. Der Aufstieg lohnt sich definitiv, oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Bucht. Ein wenig Kondition wird benötigt, ansonsten ist der Aufstieg recht einfach zu meistern.

Perast

Ein weiteres Schmuckstück in der Bucht von Kotor ist der Ort Perast. Wunderschön anzusehen und super zum Flanieren an der Uferpromenade. Zwei kleine Inseln in der Bucht bieten ein malerisches Bild. Auf der Insel Gospa od Škrpjela wurde eine Kirche errichtet, auf Sveti Đorđe steht ein Benediktiner-Kloster. Man kann diese auch mit dem Boot besuchen, wir haben die Sicht jedoch nur von der Küste aus genossen. Vom Turm der St. Nikola Kirche kann man sich Perast, die roten Dächer der kleinen Häuser und die beiden Inseln in der Bucht von oben anschauen, einfach traumhaft!

Durmitor Nationalpark

Als Ausgangspunkt für Exkursionen im Durmitor Nationalpark bietet sich die kleine Stadt Žabljak an, die inmitten des Nationalparks liegt. Mit 1450 m Höhe ist sie die höchstgelegene Siedlung in Montenegro. Ihr findet hier hier zahlreiche Unterkünfte, da Žabljak im Winter ein klassischer Wintersportort ist und somit ganzjährig ein beliebtes Ausflugsziel darstellt.

Besteigung des Bobotov Kuk

Der Bobotov Kuk ist mit 2522 m der höchste Berg im Durmitor. Die Besteigung des Bergs ist mit einer guten Kondition machbar, auf jeden Fall jedoch anstrengend. Wir haben die Route vom Sedlo-Pass aus genommen, der Weg zum Gipfel ist super ausgeschildert. Anfangs führt der Pfad durch grüne Wiesen, wo man einigen Schafherden begegnet.

Später wird das Grün durch schroffe Felsen abgelöst. Der letzte Aufstieg zum Gipfel ist dann nichts für schwache Nerven, hier muss teilweise geklettert werden und die Felswand fällt direkt neben dem Pfad steil in die Tiefe hinab. Wir haben für den Aufstieg etwa 2-3 Stunden gebraucht. Nehmt auf jeden Fall genügend Wasser und Proviant für eine Stärkung auf dem Gipfel mit. Außerdem solltet ihr feste Schuhe tragen, am besten Wanderschuhe, und euch etwas wärmer anziehen, da es auf dem Gipfel schnell mal 10°C kälter ist. Über die Touris in Shorts und Vans konnten wir nur den Kopf schütteln, das kann dann doch etwas gefährlich werden. Oben angekommen erwartet euch auf jeden Fall eine spektakuläre Aussicht über das Bergmassiv.

Schwarzer See (Crno Jezero)

Im Durmitor Nationalpark befinden sich einige Gletscherseen, der Crno Jezero ist jedoch der bekannteste und auch der größte. Tannen, Kiefern und Fichten umrahmen den schönen See und sorgen durch die Spiegelung auf dessen Oberfläche für einen schwarzen Schimmer, wodurch auch der Name zustande kam. Tatsächlich wirkt der See sehr dunkel und die Kulisse ist einfach malerisch. Der See kann auch in einer kleinen Wanderung umrundet werden.

Tara Schlucht

Ebenfalls im Durmitor Nationalpark gelegen befindet sich ein weiteres Higlight: Die Tara Schlucht, durch die sich das türkisblaue Wasser schlängelt. Wir haben uns die Schlucht auf dem Weg von Zabljak zum Skutarisee angesehen. Zunächst haben wir die Aussicht von der Đurđevića-Tara-Brücke genossen und sind dann die Straße entlang des Flusses gefahren. Hier gibt es immer wieder schöne Stellen zum Anhalten.

Skutarisee

Der Skutarisee liegt in Montenegro und Albanien und ist etwa 400 km² groß. Er ist besonders für seine vielfältige Vogelpopulation bekannt. Wir haben im kleinen Örtchen Virpazar direkt am See übernachtet. Von dort aus haben wir eine Bootstour über den See unternommen, hier gibt es zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichsten Booten.

Große Bereiche des Sees sind mit grünen Teppichen aus Seerosen bedeckt, durch welche die Boote auf schmalen Pfaden hindurchschippern. In der Ferne sieht man undeutlich die Berge Albaniens, was einen die Größe des Sees nur erahnen lässt. Wenn man Glück hat, kann man während der Bootsfahrt auch einige Vogelarten entdecken. Der Skutarisee ist ein echtes Naturparadies und sollte auf keiner Montenegro Rundreise fehlen.

Das Horseshoe Bend von Montenegro

An der nördlichsten Spitze des Sees schlängeln sich die Ausläufer des Skutarisees durch die grüne Landschaft und bilden das berühmte Horseshoe Bend. Vom Pavlova Strana Viewpoint, der direkt an der Straße liegt, hat man optimale Sicht auf den hufeisenförmigen Fluss. Die Aussicht ist einfach umwerfend! Definitiv ein weiterer von vielen Wow-Momenten und ein Lieblingsort in Montenegro.

An der Küste von Montenegro

Die letzten Tage haben wir an der schönen Adriaküste verbracht. Entlang der Küste findet man sehenswerte Orte, lange Strandabschnitte und kleine Buchten. Um diese zu erkunden, haben wir uns eine Unterkunft in Bečići gemietet. Da unsere Unterkunft auf einem Hügel lag, hatten wir von dort traumhafte Sicht auf die Küste und den Sonnenuntergang. Auch der Strand von Bečići ist sehr schön und es gibt zahlreiche Liegen, Bars und Wassersport-Angebote.

Sveti Stefan

Die kleine Halbinsel liegt ein Stück südlich von Bečići und ragt in die blaue Adria. Auf der Insel war früher ein kleines Fischerdorf, heute findet man hier ein Luxusresort. Die Insel bietet ein schönes Bild, nur wenige Häuser mit roten Dächern drängen sich auf die kleine Insel. Direkt an die Insel schließen zur rechten Seite der private Hotelstrand und zur linken Seite der öffentliche Sveti Stefan Beach an. Dieser ist jedoch relativ klein und sehr überfüllt, weshalb er sich meiner Meinung nach eher für ein schönes Fotomotiv der Halbinsel als für einen gemütlichen Strandtag eignet.

Budva

Budva ist einer der ältesten Orte von Montenegro und eine schöne Stadt mit sehenswerter Altstadt. Der denkmalgeschützte Altstadtkern besteht aus den typischen, verschlungenen Gassen mit Cafés und Bars, durch die man wunderbar schlendern kann. Außerdem hat die Altstadt von Budva einen netten kleinen Strand, den Old Town Beach. Von diesem aus hat man eine schöne Sicht auf die alte Stadtmauer.

Jaz Beach

Der bekannte Jaz Beach liegt etwas nördlich von Budva. Die Bucht ist etwa einen Kilometer lang, das Wasser ist super klar und der Strand besteht aus einer Mischung aus Kies und Sand. Sonnenschirme und Liegen können kostenpflichtig genutzt werden. In der Hochsaison ist der Jaz Beach wohl sehr überfüllt, bei uns im September war es vollkommen in Ordnung.

3 Kommentare

  1. Evi says:

    Liebe Nicole und lieber Timm,
    schön, von euch zu hören bzw. zu lesen. Wir wünschen euch eine schöne, erlebnisreiche Reise.
    Alles Gute von euren “Exnachbarn” Evi und Bernd

    1. webgo-admin says:

      Hallo Evi und Bernd,
      vielen lieben Dank! Wir hoffen, es geht euch gut. 🙂
      Liebe Grüße,
      Nicole & Tim

  2. […] und Buna. Den Skutarisee, der größte See des Balkans, teilt sich Albanien mit seinem Nachbarland Montenegro. Shkodra ist die fünftgrößte Stadt des Landes und das kulturelle Zentrum […]

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