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Mexiko

Das Weltwunder Chichén Itzá und die Kolonialstadt Valladolid

Die Ruinenstätte Chichén Itzá der Mayas ist ein Muss bei einer Reise auf die Halbinsel Yucatán. Sie liegt etwa 2 Fahrtstunden von Tulum entfernt im Landesinneren und in der Nähe der Stadt Valladolid. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, Chichén Itzá mit einer geführten Tagestour für 45 € zu besichtigen, die zudem noch einen Besuch der Stadt Valladolid, ein Lunch-Buffet, eine nahegelegene Cenote und einen Guide inbegriffen hatte. Wenn ihr sowieso plant, von Tulum aus weiter an die Nordküste Richtung Merida und Campeche zu reisen, könnt ihr natürlich auch in Valladolid oder in der Umgebung übernachten und von dort aus die Ruinenstätte besichtigen. Für uns hat sich der Tagesausflug total gelohnt und war super organisiert.

Die Ruinenstätte Chichén Itzá

Chichén Itzá wurde 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und ist außerdem eins der neuen sieben Weltwunder. Die Ruinen stammen aus der späten Maya-Zeit und umfassen eine Fläche von 1547 Hektar. Der Eintritt kostet laut aktuellen Informationen (2020) wohl knapp 20 €, genau weiß ich das leider nicht, weil der Eintrittspreis bei uns im Preis des Ausflugs inbegriffen war. Zusätzlich dazu kann man sich einen Guide für die Besichtigung der Ruinen buchen, entweder vorab oder direkt im Areal. Wir empfehlen euch unbedingt, dies auch zu machen, um Hintergrundinformationen über die Bauwerke und die Kultur der Maya zu erhalten. Dadurch bekommt man sehr interessante Einblicke. Das Areal von Chichén Itzá ist sehr weitläufig und ihr könnt locker 2 Stunden für die Besichtigung einplanen.

Pyramide des Kukulcán

Das Highlight und wahrscheinlich am meisten fotografierte Motiv in Yucatán ist die Pyramide des Kukulcán (El Castillo). Mit 30 Metern Höhe sticht sie beim Betreten der Stätte sofort ins Auge. Wunderschön und beeindruckend. Außerdem versteckt sich hinter dem imposanten Gebäude ein ausgeklügeltes Kalendersystem. Eins der zahlreichen mathematischen “Geheimnisse” ist die Anzahl der Stufen: alle 4 Seitentreppen haben 91 Treppenstufen, sodass in Summe 364 Stufen vorhanden sind. Addiert man die Stufe des Tempelhauses auf der Pyramide ergibt dies genau 365 Stufen, also die Anzahl der Tage im Jahr der Maya. Zudem verbirgt sich im Inneren der Pyramide eine weitere, kleinere Pyramide. Verblüffend, oder? Leider darf die Pyramide von Kukulcán seit einigen Jahre nicht mehr betreten werden, um das Bauwerk zu schützen. Falls ihr übrigens seht, wie jemand vor der Pyramide in die Hände klatscht, passiert das nicht ohne Grund. Das Echo erzeugt den Klang eines Vogels oder einer Ente. Probiert es mal aus, es klappt tatsächlich.

Der große Ballspielplatz

Eine weitere Besonderheit ist der Juego de Pelota – der große Ballspielplatz. Insgesamt wurden in Chichén Itzá mindestens 12 Ballspielplätze gefunden. Beim Ballspielen versuchten die Spieler, den mehrere Kilogramm schweren Ball aus Kautschuk durch einen der beiden Ringe zu schießen, die an den Wänden angebracht sind. Dabei durften sie jedoch nur ihre Schultern, Brust und Hüfte benutzen. Das Gewinnerteam wurde dann angeblich geopfert, dies war jedoch eine Ehre für die Mayas. Klingt auf jeden Fall nach einem harten Spiel, das auch heute noch praktiziert wird, mit einem anderen Ausgang natürlich.

Die Opferungen fanden auf einem Opfertisch beim Kriegertempel statt. Dieser trägt seinen Namen aufgrund der Säulen der ehemaligen Eingangshalle, auf denen viele Kriegerreliefs zu sehen sind.

Die gemütliche Kleinstadt Valladolid

Valladolid ist eine kleine, koloniale Stadt mit ca. 49.000 Einwohnern, die im Osten des mexikanischen Bundesstaates Yucatán liegt. Da sie von Chichén Itzá nur etwa 45 Minuten Fahrzeit entfernt liegt, haben wir sie für einen kurzen Abstecher in den Abendstunden besucht. Da wir nur begrenzt Zeit hatten, haben wir nur das Herzstück, den Hauptplatz, gesehen. Uns hat die hübsche lebendige Atmosphäre dort total gefallen. Abends ist hier viel los und die Straßenverkäufer bieten ihre Leckereien an, wie gegrillte Maiskolben oder die süßen Churros. Rund um den Platz gibt es einige Hotels, Restaurants und Geschäfts in bunten Farben. Auf der Südseite steht die Kathedrale Iglesia de San Servacio, die mit ihren bunten Fähnchenketten toll anzusehen ist. Uns hat das Zentrum von Valladolid gut gefallen und ich kann euch nur empfehlen, den Besuch der Kolonialstadt mit dem Ausflug nach Chichén Itzá zu verbinden.

Cenote Saamal bei Valladolid

Die Cenote Saamal befindet sich in der Nähe von Valladolid, auf dem Gelände einer alten Rinderfarm. Dort gibt es auch ein Restaurant im Kolonialstil und einen Souvenirladen. Die Cenote selbst ist eine offene Cenote, in die ein künstlicher Wasserfall eingelassen wurde. Superschön anzusehen, vor allem von oben. Um in der Cenote schwimmen zu können, muss eine Schwimmweste getragen werden. Diese könnt ihr für 20 Pesos (ca. 0,80 €, 11/2020) ausleihen, zum gleichen Preis könnt ihr auch Schließfächer nutzen. Zur Cenote gelangt man über eine Treppe, dort gibt es auch mehrere Aussichtsplattformen. Eine schöne Abkühlung nach dem Besuch von Chichén Itzá, die sehr viele Besucher anlockt.

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1 Kommentar

  1. […] Tulum bietet außer den schönen Stränden einige Highlights, die man in der nahen Umgebung erleben kann. So findet ihr beispielsweise zahlreiche Cenoten, ein Biosphärenreservat und natürlich die Maya-Ruinen direkt am Strand. Das alles ist nicht weit weg vom Ortszentrum. In diesem Beitrag stelle ich euch ein paar Ausflugsmöglichkeiten rund um Tulum vor und gebe euch Tipps, wie ihr diese am besten besuchen könnt. Zusätzlich dazu bietet sich ein Tagesausflug zum Weltwunder Chichén Itzá an, mehr dazu erfahrt ihr in diesem Beitrag. […]

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