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Kolumbien

Die besten Tipps und Highlights für Medellín in Kolumbien

Medellín ist die Hauptstadt des Gebiets Antioquia und die zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Sie wird auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt, da hier ganzjährig sonniges und warmes Klima herrscht. Hatte Medellín früher aufgrund der Drogenkartelle und hohen Kriminalitätsrate einen eher schlechten Ruf, befindet sich die Stadt heute im Wandel und nahm die letzten Jahre eine rasante Entwicklung. 2012 wurde sie sogar vom Wall Street Journal zur innovativsten Stadt der Welt ernannt. Uns hat Medellín richtig gut gefallen, hier gibt es so viel zu entdecken und zu unternehmen. Wir haben 5 Tage in Medellín verbracht, was genau richtig war, um die Stadt und auch die Umgebung entspannt kennenzulernen. Was ihr in Medellín nicht verpassen solltet stelle ich euch in diesem Beitrag vor.

Das Zentrum von Medellín

Das Zentrum Medellíns bietet einige schöne Gebäude und Plätze, sowie im Norden den tollen botanischen Garten und Museen. Wenn ihr in Medellín seid, solltet ihr einen Tag im Zentrum verbringen und folgende Orte besuchen.

Catedral Metropolitana de Medellín & Parque de Bolívar

Die Catedral Metropolitana de Medellín ist die Hauptkirche von Medellín und mit einer Höhe von 52 Metern der größte Lehmziegelbau der Welt. Direkt vor der Kirche befindet sich ein Brunnen und so bietet sich ein schönes Bild. Lauft ihr ein Stück südlich von der Kathedrale weg, befindet ihr euch direkt im Parque de Bolivar, ein kleiner Park mit vielen Bänken und Bäumen.

Plaza Botero

Von der Kathedrale aus seid ihr in etwa 10 Minuten zu Fuß am Plaza Botero angelangt, ein großer Park, in dem 23 Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero ausgestellt sind. 2002 schenkte er diese der Stadt Medellín. Die Skulpturen sind aus Bronze gefertigt und stellen sinnliche Motive dar, die der Künstler mit diesen Werken ausdrücken möchte. Sie allesamt sind rundlich, so gibt es zum Beispiel eine Katze, einen Soldaten, und viele Frauen und Männer. Der „Botero-Legende“ nach bringt das Reiben der Statuen Liebe und Glück, weshalb die Statuen an einigen Stellen abgenutzt sind.

Botanischer Garten

Etwas nördlich vom historischen Zentrum befindet sich der botanische Garten von Medellín. Der Eintritt in den Park ist kostenlos und der Park lädt zum Entspannen und Spazierengehen ein. Der 14 Hektar große Garten besitzt über 4.000 Blumenarten und vor allem eine wichtige Sammlung von Orchideen, die sich im „Orchideorama“ befindet. Auch ein Schmetterlingshaus gibt es hier, welches jedoch extra Eintritt kostet. Für 1-2 Stunden kann man gemütlich durch den Park schlendern, die Natur genießen und Vögel beobachten.

Museo Cementerio San Pedro

Ganz in der Nähe des botanischen Gartens befindet sich der Friedhof und gleichzeitig das Museum San Pedro. Der Friedhof existiert seit 1842 und wurde 1998 offiziell zum Museum, seit 1999 gilt er als nationales Monument. Er ist außerdem der erste Friedhof Lateinamerikas, der offiziell als Museum anerkannt wurde. Im Friedhof sind einige berühmte Persönlichkeiten in imposanten Gräbern bzw. Mausoleen bestattet. Zum Beispiel Mariano Ospina Rodriguez, der von 1857-1861 Präsident von Kolumbien war. Auch viele Familienmausoleen und -gräber findet man auf dem Friedhof, von denen einige mit Statuen aus Marmor oder Bronze geschmückt sind. Der Friedhof mit seiner kreisförmigen Anordnung und der kleinen Kirche in der Mitte ist wirklich besonders und schön anzusehen.

Die schönste Aussicht auf Medellín

Da Medellín umgeben von Bergen ist, und die Häuser sich bis in die Hänge hinauf ausdehnen, gibt es in Medellín viele großartige Aussichtspunkte. Unsere schönsten Aussichten stelle ich euch hier vor.

Santo Domingo

Santo Domingo ist ein Stadtteil im Norden von Medellín. Hier bieten sich tolle Aussichten auf die Stadt. Um dort hinzukommen könnt ihr mit der Metro nach Acevedo fahren, und von dort in die Metrocable umsteigen. Die Seilbahn fährt bis hinauf zur Station Santo Domingo, und allein die Fahrt ist schon ein Highlight und zeigt die vielen Backsteinhäuser von oben. In Santo Domingo angekommen lauft ihr einfach ein Stück nach unten, dort gibt es einen kleinen Platz mit toller Sicht auf die Seilbahn und Medellín. Hier tummeln sich Kinder auf dem Spielplatz und Jugendliche treffen sich. Von hier aus könnt ihr dann auch mit der Cable Car weiter hinauf fahren zum Parque Arvi.

San Javier

San Javier ist ein Stadtteil im Westen von Medellín, der zur Comuna 13 gehört. Comuna 13 hat an sich schon einiges an Geschichte und toller Graffiti zu bieten. Ich empfehle euch, die Graffiti Tour durch Comuna 13 zu machen, genaueres dazu findet ihr weiter unten im Beitrag. Aber auch für die Aussicht lohnt sich ein Besuch des Stadtteils, wenn ihr mit der elektrischen Rolltreppe bis nach oben fahrt, habt ihr eine fantastische Sicht über die Stadt.

El Tesoro Shopping Park

Das riesige Kaufhaus befindet sich in der Nähe des Stadtteils El Poblado, im Süden von Medellín. Und tatsächlich hat man hier vom Dach des Gebäudes eine tolle Sicht auf die Stadt. Einfach mit dem Aufzug in den 4. Stock hochfahren. Das lässt sich natürlich super mit einem Shoppingtrip oder Kaffee im Einkaufszentrum verbinden.

Hoch hinauf zum Parque Arvi

Der Parque Arvi ist ein Naturschutzgebiet im nordöstlichen Bereich von Medellín. Er umfasst 16.000 Hektar und ist ein tolles Ausflugsziel für Wanderungen in der Natur. Hier kann man dem Großstadttreiben entkommen und denkt gar nicht, dass man sich noch in Medellín befindet. Von Medellín aus könnt ihr den Park mit der Linie L der Metrocable erreichen, die von Santo Domingo abfährt. Die Hin- und Rückfahrt kostet 21.600 COP pro Person (5,00 €, 01/2021) und dauert ca. 20 Minuten. Steil geht es den Berg hinauf, bis die Häuser von Medellín immer weniger werden und man nur noch vereinzelte Bauernhäuser in den Hängen entdeckt. Dann fährt man eine ganze Weile lang nur über einen dicht bewachsenen Wald, was wirklich toll anzusehen ist. Oben angekommen gibt es eine kleine Touristeninfo mit einer Karte über die verschiedenen Wanderungen. Auch Busse fahren hier oben. Wir sind lediglich ein bisschen durch die Umgebung gelaufen und haben keine große Wanderung gemacht, da wir erst spät oben waren. Die letzte Seilbahn fährt um 18:00 Uhr wieder nach unten, die solltet ihr nicht verpassen.

Comuna 13 Graffiti Tour

Comuna 13 war einst einer der gefährlichsten Stadtteile von Medellín, da es dort besonders hohe Mordraten gab. Besonders während der 1980er und 1990er, als der Großteil Medellíns von Gruppen kontrolliert wurden, die unter Pablo Escobars Einfluss standen. Comuna 13 war damals das Zentrum für Guerilla, Paramilitär und Bandenaktivität. Heute findet man hier viel Graffiti und Kunst, Kolumbiens einzige elektrische Outdoor-Rolltreppe und freundliche Einwohner. Das Leben der Einwohner hat sich zum Besseren gewandelt und Graffiti, Kunst und Musik haben die Gemeinschaft näher zusammengebracht.

Die Regierung hat zur Unterstützung einige sogenannte UVAs ( Unidades de Vida Articulada) in Medellín errichten lassen, in denen verschiedene Aktivitäten wie Sport, Kurse und Spiele für die Einwohner angeboten werden. 2012 wurde dann auch die elektrische Rolltreppe durch den Stadtteil gebaut, um den Bewohnern das Leben zu erleichtern. Ich empfehle euch, die Graffiti Tour durch diesen Stadtteil zu machen, wir haben sie mit Zippy Tour Comuna 13 gemacht und waren sehr zufrieden. Ihr erfahrt von einem Einheimischen Hintergrundinformationen zur Geschichte des Stadtteils und deren persönliche Eindrücke und Erfahrungen. Wir haben uns dort zudem sehr sicher gefühlt und wurden von den Bewohnern freundlich begrüßt.

Ausflug nach Guatapé

Guatapé ist etwa 2 Fahrtstunden von Medellín entfernt und bietet neben der schönen bunten Stadt an sich noch ein besonderes Highlight: den Felsen von Guatapé (Piedra del Peñol). Wir haben Guatapé mit einer geführten Tagestour besucht und können euch das empfehlen. Ihr könnt zwar auch eigenständig mit dem Bus nach Guatapé fahren, so habt ihr jedoch einen entspannten Tag, müsst euch um nichts kümmern und bekommt einige interessante Erklärungen der Guides zu den verschiedenen Orten. Die Tagestour mit Tours Guatape kostet 94.000 COP pro Person (ca. 22 €, 01/2021) und beinhaltet den Transport, Mittagessen, eine Bootstour und die Guides.

Der Fels von Guatapé

Zunächst haben wir den Felsen von Guatapé besucht, der nochmals 20.000 COP Eintritt pro Person kostet (ca. 5 €, 01/2021). Der Fels ist ca. 70 Millionen Jahre alt, Überbleibsel eines Erosionsprozesses und etwa 220 m hoch. 1954 wurde der Fels erstmals von Luis Villegas und seinen Freunden bestiegen, was ganze 5 Tage dauerte. Oben angekommen hat Luis sich so in die Aussicht verliebt, dass er das Land kaufte und die knapp 700 Treppenstufen errichten ließ, damit jeder den Ausblick genießen kann. Dadurch zählt die Familie Villegas heute zu den wohlhabendsten Kolumbiens. Der Felsen ist wirklich gigantisch, wie er so aus der Landschaft ragt. Hat man die vielen Treppenstufen erstmal erklommen, bietet sich unfassbar schöne Sicht auf die umliegende Landschaft. Die vielen kleinen grünen Inselhügel ragen aus dem blauen Wasser des Sees von Guatapé und bieten so ein einmaliges Bild.

Mit dem Boot über den See von Guatapé

Nachdem wir die Aussicht von oben genießen konnten, schauten wir uns die Landschaft vom Wasser aus an. Der See von Guatapé ist ein Stausee und birgt eine besondere Geschichte. Die Stadt Guatapé lag ursprünglich ganz woanders, wurde jedoch durch den Bau eines riesigen Staudamms für ein Wasserkraftwerk auf höheres Geländer verlegt. Das Gebiet wurde überflutet, danach entstand eine Ansammlung von Inseln. Dadurch bietet sich heute diese surreale Szenerie mit den vielen Hügeln im Wasser. Der Damm liefert heute 30% des kolumbianischen Stroms, wirklich beeindruckend. Fährt man mit dem Boot über das Wasser sieht man in der Ferne den Felsen aus der Landschaft ragen. Außerdem gibt es einige interessante Häuser und Hotels auf den Inseln, z.B. ein Luxushotel und ein Glamping-Hotel mit kleinen Iglus, die in den Hügel gebaut wurden.

Die Stadt Guatapé

Guatapé ist eine schöne, bunte Stadt, die neben dem Felsen für ihr historisches Zentrum mit den bunt gestalteten Häusersockeln bekannt ist. Diese sogenannten Zócalos stellen verschiedene Motive der Geschichte und des Alltags, sowie geometrische Formen dar. Ein Bäcker hat seinen Sockel beispielsweise mit Brot verziert, ein ehemaliger LKW-Fahrer schmückt sein Haus mit einem Lastwagen. Die bunten Gassen der kleinen Stadt sind wirklich schön anzusehen. Außerdem gibt es hier gute Schokolade zu kaufen und leckeren kolumbianischen Kaffee.

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1 Kommentar

  1. Irmhild says:

    Hallo liebe Nicole und lieber Tim,
    die Bilder haben mir sehr gut gefallen und dazu die Berichte ,die einen so mit hineinnehmen.
    Ich glaube , Julie hat diese oder eine ähnliche Tour dort gemacht.
    Sie erzählte von den Menschen , die Rauschgift herstellen und scheinbar alle etwas süchtig sind.
    Von gefähtlichen Flußüberquerungen …..
    Den Felsen von Guatape ist genial und auch die Aussicht. Das Treppensteigen dort hinauf ist
    sicher auch nicht von ohne.
    Wir haben kaltes Wetter, im Frühling könnte es wärmer sein.
    Tom und Julie machen zu Springbreak Texas unsicher., den Dinosaurier Park und den Park der verzauberten Steine . Sie müssen auch viel laufen ,die Kinder auch……
    Liebe Grüße und Gottes Bewahrung
    eure Manfred und Irmhild

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